Case Study: Extrix Lehre am Kumma Lehrlingstraining 2026

Kommunikation, Kooperation und persönliche Entwicklung im Fokus

Im Rahmen des Lehrlingstrainings „Extrix Lehre am Kumma – 2026“ wurde ein ganzheitliches Trainingskonzept umgesetzt, das junge Menschen nicht nur fachlich, sondern vor allem psychosozial stärkt. Ziel des Trainings war es, Lehrlinge in ihrer Kommunikationsfähigkeit, Kooperationsbereitschaft sowie in der Auseinandersetzung mit Zielen, Wünschen, Träumen und Ängsten zu begleiten.
Das Training kombinierte Virtual Reality, klassische Gruppenarbeit, körperlich-motorische Übungen und reflexive Bühnenformate, um Lernen auf mehreren Ebenen zu ermöglichen: emotional, sozial, kognitiv und erfahrungsbasiert.

Ein zentrales Element des Trainings war es, jungen Menschen einen sicheren Raum zu bieten, in dem sie sich ausprobieren, zeigen und reflektieren konnten – ohne Bewertung, aber mit professioneller Begleitung.

Abschnitt 1a & 1b: Parallelphase – VR Escape Room & Offene Runde mit Quests

Eine Gruppe startete im VR Escape Room, während die zweite Gruppe zeitgleich an Offline-Formaten arbeitete. Im VR-Szenario standen die Jugendlichen vor komplexen Aufgaben, die nur durch gemeinsames Denken, klare Kommunikation und funktionierende Kooperation lösbar waren.

Während des Spiels wurden Denkweisen, Entscheidungsprozesse, Kommunikationsstile und Kooperationsverhalten beobachtet. Besonders unter Zeitdruck zeigten sich individuelle Muster: Wer übernimmt Verantwortung? Wer wartet ab? Wie wird mit Fehlern umgegangen?

Psychosozialer Mehrwert:
VR wirkt hier als Verstärker realer Dynamiken. In der sicheren, aber realitätsnahen Umgebung werden unbewusste Verhaltensweisen sichtbar. Für viele Jugendliche war es ein Aha-Moment zu erkennen, wie sie selbst unter Druck reagieren – ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstwahrnehmung und persönlicher Entwicklung.

Parallel dazu arbeitete die zweite Gruppe in einer offenen Gesprächsrunde. Themen waren die eigene Lehre, persönliche Ziele, Wünsche, Ängste und Zukunftsträume. Ergänzend wurden Skillgames eingesetzt, etwa das Stapeln von Nägeln oder der Wackeltisch, bei dem Objekte auf einer instabilen Platte balanciert werden mussten – teilweise mit verbundenen Augen.

Psychosozialer Mehrwert:
Diese Phase schuf emotionale Sicherheit und förderte Vertrauen. Das offene Sprechen über persönliche Themen stärkt Zugehörigkeit und reduziert soziale Barrieren. Die Skillgames machten auf spielerische Weise sichtbar, wie sehr Erfolg von Kommunikation, Geduld und gegenseitiger Unterstützung abhängt. Besonders Übungen mit eingeschränkter Wahrnehmung förderten Empathie und Vertrauen im Team.

Nach dieser Phase wurden die Gruppen getauscht, sodass jede Gruppe beide Erfahrungsräume durchlaufen konnte.

Abschnitt 2a & 2b: Parallelphase – VR Arcade & Offline-Kooperationsaufgaben

In der zweiten Parallelphase arbeitete eine Gruppe in der VR Arcade. Hier standen Bogenschießen, Reaktionsspiele und actionreiche Szenarien wie Zombie-Games im Fokus. Ziel war nicht Leistung, sondern gemeinsames Erleben, Spaß und Bewegung.

Psychosozialer Mehrwert:
Positive Emotionen sind ein starker Lernverstärker. Gemeinsames Lachen, spielerischer Wettbewerb und Erfolgserlebnisse stärken soziale Bindungen und senken Hemmschwellen. Gleichzeitig werden Reaktionsfähigkeit, Frustrationstoleranz und Impulskontrolle gefördert – wichtige Kompetenzen für den Arbeitsalltag.

Zeitgleich arbeitete die zweite Gruppe an Offline-Quests, die gezielt auf Kommunikation und Zusammenarbeit ausgerichtet waren. Die Aufgaben erforderten klare Absprachen, Rollenverteilung und gemeinsames Entscheiden – ohne technische Hilfsmittel.

Psychosozialer Mehrwert:
Diese Übungen förderten bewusste Kooperation. Die Jugendlichen mussten sich aktiv abstimmen, zuhören und Verantwortung übernehmen. Der Vergleich zwischen digitalem und analogem Arbeiten machte deutlich, dass erfolgreiche Zusammenarbeit nicht vom Medium abhängt, sondern von Haltung, Klarheit und gegenseitigem Respekt.

Auch hier wurden die Gruppen im Anschluss gewechselt, sodass jede Gruppe beide Formate erleben konnte.

Abschnitt 3: Die Bühne – Stimme geben und Selbstwirksamkeit erleben

Nach den parallelen Erlebnisphasen kamen alle Jugendlichen wieder zusammen. In diesem Abschnitt wurde den Teilnehmenden bewusst eine Bühne geboten. Sie hatten 20 Minuten Zeit, sich auf vier persönliche Leitfragen vorzubereiten, etwa:
„Mir ist wichtig…“ oder „Wenn ich mir etwas wünschen könnte, wäre es…“.

Anschließend präsentierten sie ihre Gedanken jeweils 3 Minuten lang vor der Gruppe.

Psychosozialer Mehrwert:
Das Sprechen vor anderen stärkt Selbstvertrauen, Selbstwert und Ausdrucksfähigkeit. Viele Jugendliche überwanden innere Hemmungen und machten die Erfahrung, gehört und ernst genommen zu werden. Gleichzeitig förderte das Zuhören Empathie und gegenseitigen Respekt. Die Bühne wurde so zu einem Raum der Anerkennung und Selbstwirksamkeit.

Abschnitt 4: Feedback, Werte & Ziele – Integration des Erlebten

Den Abschluss bildete eine tiefgehende Feedback- und Reflexionsrunde. Gemeinsam wurden Themen wie Werte, Ziele und Kommunikation aufgegriffen und mit den Erlebnissen aus VR, Quests und Bühne verknüpft. Die Jugendlichen reflektierten, was sie über sich selbst und andere gelernt hatten und wie sie diese Erkenntnisse in ihren Ausbildungsalltag übertragen können.

Abschließend erhielten alle Teilnehmenden das Zertifikat
„Training mit 8 ZE – Kooperation und Kommunikation“.

Psychosozialer Mehrwert:
Reflexion ermöglicht Integration. Erst durch das bewusste Nachdenken über Erlebtes wird Entwicklung nachhaltig. Die Verbindung von Erlebnis, Emotion und Sprache stärkt Lernprozesse und fördert langfristige Verhaltensänderung. Die Zertifikatsübergabe wirkte zusätzlich identitätsstiftend und wertschätzend.

Fazit

Das Lehrlingstraining Extrix Lehre am Kumma 2026 zeigte eindrucksvoll, wie wirkungsvoll ein paralleles, multiperspektivisches Trainingsdesign sein kann. Durch das gleichzeitige Arbeiten in VR- und Offline-Settings wurden unterschiedliche Lerntypen angesprochen und ein intensiver Transfer ermöglicht.

Aus psychosozialer Sicht wurden zentrale Kompetenzen gestärkt: Selbstwahrnehmung, Kommunikationsfähigkeit, Kooperationsbereitschaft, emotionale Sicherheit und Zielorientierung. Das Training schuf nicht nur Erkenntnis, sondern auch Haltung – eine wesentliche Grundlage für persönliche Reife und erfolgreiche berufliche Entwicklung.

 

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